Donnerstag, 9. Juli 2015

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Die Digitalis-purpurea-Blätter sind giftig! Sie enthalten Cardenoidglykoside, das bekannteste darunter ist das Digitoxin, welches in Reinform heute in Herzmedikamenten verwendet wird. Der therapeutische Einsatz der Pflanze, z.B. in Form eines eingestellten Digitalis-purpurea-Pulvers bei Herzinsuffizienz, ist wegen der Beeinflusssung der Cardenoidglykoside durch Begleitsubstanzen und wegen der ungenügenden Reproduzierbarkeit bei der Herstellung der Zubereitungen heute weitgehend obsolet.
Die frühesten Zeugnisse über die medizinische Verwendung des roten Fingerhutes stammt aus irischen Quellen. Irische Mönche haben die Kenntnisse dann über Schottland und England in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die Anwendung von Rotem Fingerhut geht auf eine Rezeptsammlung zurück, die im Jahre 500 begann und bis 1200 weitergeführt wurde. Dabei wurde Roter Fingerhut bei Geschwülsten des Unterleibes, bei Geschwüren, Kopfschmerzen, Abszessen und Lähmungen empfohlen. Die moderne Digitalistherapie bei Herzinsuffizienz geht auf den englischen Arzt William Withering zurück, der 1786 einen Bericht über die erfolgreiche Therapie von Wassersucht mit Rotem Fingerhut publizierte. Der Name Digitalis wurde 1542 durch Leonhard Fuchs in die Literatur eingeführt. 
Quelle: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen von Karl Hiller, Matthias F. Melzig

Das Video zeigt Roten Fingerhut und es wird allgemein etwas zu den sogenannten Digitaloid-Drogen gesagt.




Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)  Blattgold Dr.Becker ®


Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)  Blattgold Dr.Becker ®




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen